INTERVIEW

TINA KRON
Design Consultant

Gleich hinter den Dünen der Praia do Carvalhal hat sich die geborene Bremerin Tina Kron mit viel Liebe zum Detail ein neues Zuhause geschaffen. Inspiriert vom Comporta Stil ist ihr komplett ökologisch gebautes Haus eine Fundgrube für besonders schöne Dinge made in Portugal.

The Niche Traveller: The Niche Traveller: Tina, wann warst Du zum ersten Mal in Comporta?
Tina Kron: Ich bin im Juni 2009 das erste Mal nach Comporta gekommen und war sofort fasziniert von der wunderschönen Landschaft und dem besonderen Licht.

TNT: Du bist offensichtlich wiedergekommen und geblieben, warum?
Tina: Der Comporta-Virus hat mich gleich beim ersten Besuch erwischt und ich bin ihn bis heute nicht losgeworden. Es ist dieses besondere Licht, dass einen in Portugal das ganze Jahr begleitet und mich so fasziniert.

TNT: Was verbindet Dich mit Comporta?
Tina: Die Ruhe, das Meer, die wunderschöne und vielfältige Natur. Ich liebe die Reisfelder, Pinien und die herrlich Dünenlandschaft, die ich jeden Tag mit meinen zwei Hunden aufs Neue entdecke.

TNT: Wann hast Du entschieden, dass das hier Dein Platz sein soll und wie ging es dann weiter?
Tina: Ich bin im Februar 2012 nach Comporta gezogen. Ich hatte das große Glück gleich in meinem ersten Jahr hier Vera Iachia kennen zu lernen. Sie war Innenarchitekten und Designerin und gilt als Begründerin des „Comporta Lifestyle”. Leider ist sie 2017 verstorben. Für Vera habe ich dann drei Jahre in ihrem Showroom gearbeitet. 2015 habe ich einen eigenen Laden in Carvalhal eröffnet, mit vielen schönen handgefertigten Dingen aus Portugal.

TNT: Was schätzt Du ganz besonders an dem Leben hier?
Tina: Die Einfachheit.

TNT: Fehlt Dir manchmal was?
Tina: Eigentlich fehlen mir nur meine Familie und meine engsten Freunde. Sie kommen mich aber zum Glück oft besuchen.

TNT: Alle reden immer vom „Comporta Style”, wie würdest Du diesen Stil beschreiben?
Tina: Eine traditionelle portugiesische Bauweise, wie die Fischer hier ihre Häuser bauen. Das Ganze gepaart mit zeitgenössischer Ästhetik und umgesetzt mit Materialien aus der Region und lokalen Handwerkern und Kunsthandwerkern hier vor Ort.

TNT: Du hast Dir hier in Carvalhal, gleich hinter den Dünen, ein wunderschönes Haus gebaut, dass Du selbst eingerichtet hast. Auf was hast Du beim Design geachtet?
Tina: Mir war es wichtig, dass viel handgefertigt wurde und die Materialien aus der Region stammen. Ich kenne hier mittlerweile sehr gute Handwerker, die meine Ideen hervorragend umsetzen.

TNT: Du hast viele besondere Einzelstücke, welche würdest Du hervorheben wollen, welche bedeuten Dir besonders viel?
Tina: Ein Ensemble aus Sofa, Tisch und Sessel, handgefertigt aus Bunho. Bunho ist ein spezielles Gras, das im Norden von Portugal wächst. Es gibt nur noch sehr wenige Leute, die diese Kleinmöbel noch herstellen.

TNT: Was war das intensivste Erlebnis, dass Du in Portugal bisher gemacht hast?
Tina: Da ich ja doch 50 Jahre lang in der Stadt gelebt habe, sind für mich die Ruhe und die unglaublich gute Energie des Meeres jeden Tag aufs Neue ein intensives Erlebnis.

TNT: Wie wurdest Du von den Menschen empfangen?
Tina: Sehr freundlich. Die Portugiesen sind ja in ihrer Mentalität eher zurückhaltend. Gerade hier im Dorf fühle ich mich sicher und aufgehoben, da die Leute wirklich noch aufeinander achtgeben.

TNT: Was empfiehlst Du Freunden, die zum ersten Mal herkommen?
Tina: Die einfachen Dinge zu genießen. Am Strand spazieren gehen und das Rauschen des Atlantiks wahrnehmen. Lecker gegrillten Fisch in den Strandrestaurants essen. Die Wege durch die Reisfelder mit dem Fahrrad erforschen. Mit dem Pferd über die Dünen zum Strand reiten. Am besten mal den Computer und das Handy vergessen und die Seele baumeln lassen.

TNT: Dein Lieblingsrestaurant?
Tina: O Dinis, gleich hier bei mir am Strand von Carvalhal, wo man lecker gegrillten Fisch bekommt.

TNT: Was sollte jeder mal probiert haben, der hier essen geht?
Tina: Arroz de Marisco, ein portugiesisches Gericht, das vorwiegend aus Reis und Meeresfrüchten wie Garnelen und Teilen von größeren Tieren, zum Beispiel Hummerscheren und Muscheln besteht, die in einem Topf gekocht werden.

INTERVIEW: Kerstin Bognár
PHOTOS: Mia Takahara